Darf ich vorstellen:

Corinna Smyth – seomraCré

Keramikerin am Bodensee / Friedrichshafen

seomraCré ist aus dem gällischen abgeleitet.

Aussage der Künstlerin:

Seomra bedeutet Kammer/Raum und Cré bedeutet Ton. Raum, ist der Raum in meinem Kopf den ich brauche um mich geistig mit meiner Idee auseinanderzusetzen. Raum brauche ich auch um meine Idee in Ton zu verwirklichen. Und letztlich, umfasst das Gefäß auch einen Raum, der seinen Ursprung aus einer Idee gefunden hat.

 

Ich bin über diese Künstlerin gestolpert über einen Beitrag in dem Blog „Slowly Veggie“ vom 23.3.2015:

Formschön: Keramik von Corinna Smyth

Corinna Smyth

 

 

 

Corinna Smyth ist Töpferin aus Leidenschaft. Ihre nachhaltige Keramik schmückt Tisch und Tafel einzigartig. Auch in der aktuellen Slowly Veggie-Ausgabe sind ein paar Ihrer Werke zu bewundern. Was ihre Arbeit so besonders macht und was sie inspiriert, verrät sie Redakteurin Isabell im Interview…


Du bist gebürtige Irin, wie kommt es, dass du jetzt am Bodensee lebst?
Damals habe ich in Irland u.a. Germanistik studiert. Vier Jahre lang bin ich in den Semesterferien immer nach Deutschland gekommen, um zu jobben und natürlich um die Sprache zu lernen. Nach Abschluss des Studiums hatte ich keinen konkreten Plan aber viele Bekannte in Deutschland und einen Freund. Ich bin also kurzerhand ausgewandert. Mittlerweile lebe ich seit gut 20 Jahren hier in Deutschland.

Gibt es etwas Deutsches, an das du dich nicht gewöhnen kannst?
Ich finde es komisch, dass hier zwischen „Du“ und „Sie“ unterschieden wird. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Das „Sie“ distanziert unheimlich und das mag ich nicht. Das ist etwas, das ich gern abschaffen würde.

Mit dem Töpfern hast du relativ spät begonnen. Wie kam es dazu, dass du dein Hobby zum Beruf gemacht hast?
Es ist nicht so, dass ich schon seit Ewigkeiten Töpferin werden wollte. Dieser starke Drang kreativ zu sein kam bei mir erst Mitte/Ende zwanzig. Zeichnen, Malen, Töpfern: Ich habe verschiedene Sachen ausprobiert. Dabei merkte ich, dass mich das Material Ton fasziniert, woraus sich schließlich eine Leidenschaft entwickelte. Erst habe ich für mich selber zu Hause etwas hergestellt, dann viele Kurse belegt. Und schließlich wurde dann mir klar, dass ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigen wollte. So kam es, dass ich ein zweites Mal die Uni-Bank drückte und an der freien Kunstakademie in Nürtingen Keramik studierte. Irgendwann fand ich dann ein Studio in einer alten Mühle in Friedrichshafen, die mit viel Liebe im Maisonette-Stil saniert wurde. Hier arbeite und lebe ich mittlerweile seit einiger Zeit und präsentiere meine Werke. Und die Leidenschaft fürs Töpfern habe ich mir bis heute bewahrt. Sie steckt in jedem einzelnen Stück.

Was gefällt dir an dem Material Ton so gut?
Die plastische Qualität. Aber auch die ganze Verarbeitung. Denn Ton verändert sich die ganze Zeit in Form und Konsistenz: Erst wird er geknetet, dann z.B. zu Kugeln geformt. Auf der Drehscheibe kommt Wasser dazu, sodass er weich und schlüpfrig wird. Und schließlich trocknet man das Material und brennt es. Der ganze Werdegang ist für mich ein fühlbares inniges Erlebnis.

Seomra Cré nennt sich deine Marke – wie kam der Name zustande?
Ich wollte etwas aus meiner Heimat in den Namen integrieren. Beide Wörter kommen deswegen aus Irland und sind gälisch. Seomra heißt Raum, ursprünglich sogar Kammer und Cré heißt einfach Ton. Es bedeutet für mich, dass ich Raum für Ton habe, also mein Studio, aber auch geistigen Raum brauche, um Ideen zu verwirklichen.

Wie würdest du selber deinen Stil beschreiben? Was macht deine Werke so besonders?
Ich habe einen Gas-Ofen und ich glaube das Brennverfahren prägt den Stil sehr, denn es lässt das Material sehr rustikal und natürlich aussehen. Die Farben gehen eher ins Bräunliche oder Schwarze. Ich mag diese Farben sehr, denn sie wirken eigentlich ein bisschen schwer, aber dadurch, dass die Formen eher fein und leicht sind, gibt das einen schönen Kontrast. Außerdem arbeite ich wenig mit Glasuren, weil sie die Oberfläche von Ton verdichten und ich die haptische Qualität des Tons mag. Häufig erkennen die Leute auch gar nicht, um was für ein Material es sich handelt. Oft wird der Ton für Metall oder Leder gehalten. Die meisten sind dann sehr überrascht, dass es sich um Keramik handelt, die man sogar in die Spülmaschine tun kann.

Keramik von Corinna Smyth

Gibt es etwas oder jemanden, der dich inspiriert? Wie kommen dir neue Ideen?
Meine absolute Lieblingstöpferin ist Lucy Rie. Während des 2.Weltkrieges ist sie von Wien nach England auswandert, wo sie eine große Karriere als Töpferin machte. Ihre Arbeiten habe ich zu Anfang meines Keramik-Studiums kennengelernt und bis heute sind sie für mich eine große Inspiration. Aber auch die Oberflächen und Farben der Natur inspirieren mich. Steine, Äste, Zweige, Wasser: Das Gefühl, das ich beim Betrachten habe, versuche ich in eine neue Form einfließen zu lassen.

Warum hast du dich auf Geschirr und Vasen spezialisiert?
Diese figürliche Keramik hat mich ehrlich gesagt nie interessiert. Ich finde es viel spannender abstrakte Formen auf den Tisch zu bringen, die einen Nutzen haben und z.B. als Teller oder Schüssel benutzt werden können. Natürlich könnte man sie auch ins Regal stellen, aber es ist doch viel schöner sie auch in den Alltag zu integrieren.

Inwiefern sind deine Werke nachhaltig?
Der Ton kommt aus dem Westerwald und ich brenne ihn mit Biogas. Das ist mir sehr wichtig. Außerdem ist die Rezeptur für Glasur absolut ungiftig.

Quelle:  http://corinna-smyth.de/kontakt.html

http://www.slowly-veggie-blog.de/formschoen-keramik-von-corinna-smyth/

Kontakt:

Corinna Smyth
Mühle Ittenhausen
Rotachstraße 1
88048 Friedrichshafen
Handy: 0175 – 9680679
Festnetz: 07541 – 6017293
info(at)corinna-smyth.de

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